| Von der Berufung zum Beruf Von
der Kindheit an war Frau Brigitta Mikulasek als "Dolmetscherin"
für die gehörlosen Eltern tätig. Beide Elternteile
waren im Gehörlosenverband engagiert und so waren die Kinder
immer auch in der Welt der Gehörlosen zu Hause lernten die
Mentalität der Gehörlosen und deren Kultur kennen. Schon
im Vorschulalter stand sie im WITAF auf der Bühne bei Vorführungen
anlässlich von Weihnachtsfeiern oder bei Muttertagsfeiern,
selbstverständlich fand alles in Gebärdensprache statt.
Die "Dolmetschtätigkeiten" für die Eltern, Bekannte,..
usw. wurden dann laufend mehr. Die Notwendigkeit war gegeben, rasch
sprach sich herum dass Frau Mikulasek ihr Können, nämlich
dolmetschen von der Lautsprache in die Gebärdensprache und
umgekehrt, nicht nur mit Verstand sondern auch mit Taktgefühl
und Herz durchführte. Ihre erste Frage galt dem wo werde ich
gebraucht, nachdem die Tätigkeiten dank ihrer Kompetenz und
ihres guten Rufes laufend mehr wurden kam die zweite Frage - wer
bezahlt diese Tätigkeiten? Es war ein langer Hürdenlauf,
denn es war damals nicht selbstverständlich dass diese oder
jene Stellen Dolmetschkosten übernehmen konnten. Es waren viele
Telefonate, Briefe und auch persönliche Vorsprachen bei Ämtern
und Behörden notwendig, die sie unbezahlter Weise durchgeführt
hat, um diese Fragen für die Zukunft zu klären. Mit der
Zeit wurde aus der Berufung ein Beruf - Gebärdensprach-DolmetscherIn.
Frau Brigitta Mikulasek hat für die Entwicklung des Berufsbilds
GebärdensprachdolmetscherIn "Pionierarbeit" geleistet.
Auch heute noch steht der Mensch für sie im Mittelpunkt und
wenn ihre Tätigkeit gebraucht wird, fragt sie nicht lange sondern
versucht eine adäquate Lösung herbeizuführen. |