Geführte Tour mit Begleitung in Österreichischer Gebärdensprache durch die aktuellen Ausstellungen:
„DAIDO MORIYAMA. RETROSPECTIVE“ und „Michelle Piergoelam. Across the Water“
DAIDO MORIYAMA. RETROSPECTIVE
Ein Hund im Schatten. Das Fell struppig, das Maul leicht geöffnet, der Blick misstrauisch: Daido Moriyamas ikonisches Foto von 1971 markiert einen Meilenstein in der Geschichte der Fotografie. Geboren 1938 in Osaka, zählt er zu den einflussreichsten Vertreter*innen der Street Photography unserer Zeit. Mit seinen grobkörnigen, unscharfen und oft schrägen Aufnahmen entwickelte Moriyama eine radikal neue Bildsprache. Seine Arbeiten reflektieren den tiefgreifenden Wandel Japans in der Nachkriegszeit – zwischen traditionellen Werten und der aufkommenden westlichen Konsumkultur. Die umfassende Retrospektive im FOTO ARSENAL WIEN zeigt über 200 Werke sowie zahlreiche Publikationen und macht deutlich, wie aktuell seine Auseinandersetzung mit Themen wie Medienmanipulation, Überwachung und Bildfetischismus bis heute geblieben ist. Die Ausstellung wurde vom Instituto Moreira Salles, Brasilien, in Zusammenarbeit mit der Daido Moriyama Photo Foundation, Japan, organisiert. Kuratiert wurde sie von Thyago Nogueira (IMS) in Zusammenarbeit mit Marit Lena Herrmann (FOTO ARSENAL WIEN).
Michelle Piergoelam. Across the Water
Wie erinnert man sich an eine Geschichte, die nie aufgeschrieben wurde? In ihrer ersten internationalen Einzelausstellung Across the Water im FOTO ARSENAL WIEN erforscht die niederländische Künstlerin Michelle Piergoelam (*1997, Rotterdam) die Weitergabe von Erinnerung jenseits offizieller Archive. Ausgehend von der bislang wenig sichtbaren Geschichte der surinamischen Diaspora in den Niederlanden verwebt sie Mythen, Träume und familiäre Erinnerungen zu neuen visuellen Narrativen. Ihre Fotografien, Textilien und Installationen thematisieren kulturelle Überlieferung und Widerstand im Kontext von Kolonialismus und Sklaverei. Zugleich reflektieren Piergoelams poetische Arbeiten die Bedeutung von kollektivem Gedächtnis und Erinnerungskultur als lebendige Formen der Geschichtsschreibung. (FOTO ARSENAL WIEN)
Mehr Informationen: FOTO ARSENAL WIEN – Daido Moriyama und Michelle Piergoelam
