Geschichte

Taubstummen-Verein in Wien 1865
Wiener Taubstummen-Unterstützungsverein 1875-1938
Wiener Taubstummen-Fürsorgeverband 1929-1938
2. Wiener Taubstummen-Fürsorgeverband 1945-

ZEITTAFEL

1865

wird der erste Verein für Taubstumme unter Alexander Venus, Direktor des K&K Taubstummeninstituts in Wien gegründet. Der Verein erhält den Namen "Taubstummen Verein in Wien", zählt 33 Mitglieder und war nur Männern zugänglich. Ziel des Vereines: Taubstummen Lehrlingen und Erwachsenen das soziale Elend zu lindern.

1868

führt der Verein eine Krankenversicherung unter seinem Präses N.S.Löw ein. Das Krankengeld beträgt in den 6 Wochen der Krankheit 3 Gulden 50 Kreuzer pro Woche, in den folgenden Wochen die Hälfte. Über diese Zeiträume hinaus wird der Kranke an den Armenfonds des Vereines verwiesen.

1874

wird ein Verein für taubstumme Frauen gegründet.
 
1875

ändert der Taubstummen Verein in Wien seinen Namen auf Wiener Taubstummen Unterstützungsverein. Die Generalversammlung beschließt, ihre Hilfsleistungen auch auf zugewanderte Taubstumme aus den Kronländern auszudehnen. Für taubstumme Lehrlinge gibt es in den Wintermonaten jeden Sonntag Heimstunden mit kostenloser Ausspeisung. Auch übernimmt der Verein die Verwaltung der Kaiser-Franz-Joseph-Stiftung.
 
1876

erhält der Verein erstmals eine jährliche Subvention von der Stadt Wien in der Höhe von 50 Gulden.
 
1879

Taubstummen-Tag in Wien. Der Wiener Taubstummen Unterstützungsverein fungiert als Hausherr und ist Modell für neue Vereine in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Der Verein richtet an den Niederösterreischen Landtag ein Schreiben, in welchem Schulzwang für alle taubstummen Kinder gefordert wird.
 
1880

Am 30. Juni fasst daraufhin der Niederösterreichische Landtag den Beschluss, in Oberdöbling eine Taubstummenschule zu errichten.
 
1890

baut der Verein auf Grund der eingehenden Spenden und Stiftungen sein Sozialwerk weiter aus; Dr. Simon Lauterstein, Sohn von taubstummen Eltern, wird Vereinsarzt und betreut mittelose Taubstumme kostenlos.
 
1914

legt der Verein sein Vermögen aus patriotischen Gründen als Kriegsanleihen an.
 
1918

Durch den Krieg ist das gesamte Vereinsvermögen verloren gegangen. Es können keine Unterstützungen gewährt werden. Die soziale Gesetzgebung der neuen Republik übernimmt die Unterstützungsaufgaben, die der Verein bisher geleistet hat. Der Verein sucht eine neue Linie.
 
1929

gründet Stadtrat Prof. Julius Tandler den "Wiener Taubstummen-Fürsorgeverband, WITAF".
Die neuen Aufgaben dieses Verbandes sind: Hilfeleistung beim Verkehr mit Ämtern und BehÖrden, im Berufsleben und Dolmetscharbeit. Der Verband ist zugleich die Verbindungsstelle zum Magistrat der Stadt Wien, Behinderten-Fürsorge. Der Taubstummen-Touristenklub "Edelweiß" stellt allen Taubstummen und deren Kindern seine Edelweißhütte in Gasteil, NÖ., zur Verfügung. Subventionen des Bundesministerium  für soziale Verwaltung und der Gemeinde Wien ermÖglichen die soziale Arbeit des WITAF.
 
1933     
erhält der WITAF von der Stadt Wien ein Heim im 5. Bezirk, Laurenzgasse.
 
1934     
Kaum ein Taubstummer in Wien hat Arbeit. Man hilft den Arbeitslosen noch, so gut es geht; mehr kann der WITAF nicht mehr tun.

1938

Die Eingliederung Österreichs in Hitler-Deutschland brachte die Liquidierung des WITAF, des Wiener Taubstummen-Unterstützungsvereins und des Taubstummen-Touristenklubs "Edelweiß" und des Heimes mit sich. Die Edelweißhütte wird beschlagnahmt, viele Taubstumme werden zwangssterilisiert und kehren aus den KZ-Lagern nicht mehr zurück.

1945

Nach der Befreiung Österreichs finden sich ehemalige Mitglieder des alten Wiener Taubstummen-Unterstützungsvereins "Edelweiß" und gehen  an die Wiedergründung des Vereines, der WITAF benannt wird, da der alte Vereinsname nicht mehr entspricht und übergeben dem WITAF die Edelweißhütte samt Grund. Vereinsobmann ist Rudolf Haydn.

1946

Einführung eines Krankenbesuchsdienstes.

1959

Der WITAF erhält von  der Gemeinde Wien unter Vizebürgermeister Stadtrat Honaj und Bezirksvorsteher Hladej für den 2. Bezirk ein neues Heim im 2. Bezirk, Kleine Pfarrgasse 33.
 
1960     
Der WITAF setzt in Zusammenarbeit mit Taubstummen-Lehrern nach 12jähriger Arbeit den Führerschein für Taubstumme in Österreich durch.

1965

feiert der WITAF "100 Jahre Wiener Taubstummen-Fürsorge".
 
1966     
Einführung des Pensionistenklubs für Taubstumme von Stadtrat Maria Jacobi.

1968

Auf Beschluss des Gemeinderates wird für den Neubau des Erholungsheimes Edelweißhütte in Gasteil  ein Zuschuss von S 500.000.- bewilligt; zur gleichen Zeit Abbruch des morschen Hauses.

1971

Fernsehgebühren-Befreiung für alle Taubstummen.

1978

Aufzugeinbau im Wiener Taubstummenheim im Werte von S 1,200.000.- von der Gemeinde Wien. Durchsetzung der Lohnsteuerbefreiung auf  80 - 100%.

1979

Langjähriger Taubstummendolmetsch Max Allina verstorben. 50 Jahre WITAF, Ehrungen der letzten 27 Gründungsmitglieder.

1980

115 Jahre Taubstumme helfen Taubstummen. Erstellung einer Festschrift.

1988

Jahreskarte für Wiener Verkehrsbetriebe um 50% ermäßigt
seither scheint das Wort "TAUBE" nicht mehr im AUVG auf
 
1990

eine weitere errungenschaft Begünstigungen bei Bahnfahrten bei einer 70% Behinderung.
 
1997

Projekt Arbeitsassistenz f. Wien und NÖ eingeführt und Dipl.Sozialarbeiterin im WITAF angestellt

1999

Ambulanz für gehörlose Menschen eröffnet

2000

wird dass erste Gehörlosen-Internet Cafèhaus auf Initiative von Gravogl Florian gegründet. Ein neues Medien-Zeitalter beginnt, jeder kann gratis surfen.

2. Sozialarbeiterin wird angestellt Zweigstelle AASS f. NÖ in St. Pölten wird eröffnet, (in Zusammenarbeit mit dem Landesverband NÖ), Ambulanzzeit wird auf 40 Std. erweitert.

2001

Ausbau der Beratungsstellen:
: AASS Wien und Niederösterreich
: Technische Assistenz Wien und Niederösterreich
: Job Coaching

2003

Ausbau der Angebote:
: Job Coaching

2004

Am 15. März 2004 ist unser langjähriger Präses und Ehrenobmann Humbert Spitzer verstorben. Er hat an den Errungenschaften des WITAF maßgeblichen Anteil!

Obmann Stv. Florian Gravogl ist einer von mehreren Experten im Unterausschuss zur Anerkennung der Gebärdensprache im Parlament.

2005

Videothek wird auf Mediathek erweitert.

Anerkennung der Österreichischen Gebärdensprache in der Verfassung.

Das 140 jährige Bestandsjubiläum wird mit einer Abschlussgala im Festsaal des Wiener Rathauses begangen. 500 Mitglieder und Gäste sind beim feierlichen Festakt anwesend und genießen das Festprogramm.

2006

Neues Angebot für Gehörlose, Projekt Clearing wird im Rahmen der Arbeitsassistenz im WITAF verankert.

2007

Der WITAF feiert 10 Jahre Arbeitsassistenz, eine Initiative zur Arbeitsplatzerlangung bzw. Arbeitsplaterhaltung für Gehörlose.

2009

Herr Karl Koller bekommt den "Goldenen Rathausmann" verliehen. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung der Stadt Wien.

2012

Der WITAF feiert 15 Jahre Arbeitsassistenz, eine Initiative zur Arbeitsplatzerlangung bzw. Arbeitsplaterhaltung für Gehörlose.

2015

WITAF feiert 150 jährige Bestandsjubiläum

2016

Der WITAF feiert 15 Jahre Technische Arbeitsassistent.

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